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SPHERE von Alicja Pruchniewicz und Justyna Baśnik

Der Titel „Sphere“ beinhaltet verschiedene Bedeutungsebenen. Der Begriff selbst kann einen bestimmten Wirkungskreis beschreiben, sich auf ein mathematisch-geometrisches Konstrukt  beziehen,  oder einfach das uns umgebende Firmament beschreiben.
Ausgehend von diesen Bedeutungen kann der Begriff „Sphere“ in einem sozialen Kontext zur Beschreibung der Beziehungen in sozialen Gruppen, der Individuen untereinander als auch der Beziehungen gegenüber Dritten, der Umwelt und auch dem Universum genutzt werden.
„Sphere“ ist somit mehr als der bloße Titel einer Ausstellung.  Bezogen auf das Werk der Künstlerinnen steht der Begriff programmatisch, quasi als alles umfassendes Motto, für die abgerundeten, nicht offensichtlichen Formen der von Alicja Pruchniewicz konstruierten Bildträger und Raumobjekte sowie für die Geometrisierung, die häufig verwendete Symmetrie und vor allem die verschiedenen Bedeutungsschichten in Justyna Basniks Werken.
Hinter abstrakten Formen verbergen sich hier oft kleine figurative Motive als ironischer Bezug auf pseudowissenschaftliche Theorien und das Phänomen des postfaktischen Zeitalters.

AUSSTELLUNG
12.04.2019 – 15.06.2019

Galerie Brüderstraße 9 | 02826 Görlitz

Öffnungszeiten: Mo-Fr 11-18 Uhr | Sa 13-18 Uhr
Eintritt frei


www.galerie-goerlitz.de

 

Diese Ausstellung ist Teil der deutsch-polnischen Reihe „Junge Meister“, einer Kooperation der Görlitzer Kulturservicegesellschaft mbH mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden und der Eugeniusz-Geppert-Akademie der Schönen Künste Wrocław

 

 

KAUFMANNSPALÄSTE AN DER VIA REGIA

 

Fernhandelsstraßen dienen nicht nur dem Warenverkehr, sie sind auch interkulturelle Kommunikationsadern. An den Routen entstanden Städte, Wirtschaftsräume und Kunstzentren. Transportiert wurden Waren, Religionen, Weltbilder, Wissen und Ideen. Zu den bedeutenden West-Ost-Magistralen zählt die von Frankreich nach Russland führende via regia, die uns erstmals 1251 als „strata regia“ begegnet. An ihrem mitteleuropäischen Abschnitt entstand die Stadt Görlitz.                 

Die Lage am Flussübergang der Lausitzer Neiße förderte die rasche Entwicklung der Stadt. Vor allem durch Waidhandel, Tuchherstellung und -export sowie stattliche Privilegien stieg Görlitz im Spätmittelalter zur bedeutendsten Handelsstadt zwischen Erfurt und Breslau auf.

Um 1500 trafen hier die innovativen Einflüsse der Zeit zusammen und inspirierten das Baugeschehen. Die Profanarchitektur fand ihren Höhepunkt in der Idee der „Zentralhalle”, einer im Hauskern eingefügten Licht- und Treppenhalle. Sie stellt ein komfortables neues Erschließungskonzept dar und vereint die Funktionalität für den Handel mit repräsentativer Großzügigkeit. Mit dieser Neuerung schufen sich die Tuchhändler nach dem Vorbild der Herrschaftsarchitektur exklusive „Kaufmannspaläste“. Das wichtigste Exponat der Ausstellung ist daher der Ausstellungsort selbst, der noch unrestaurierte Baukörper des Hallenhauses Brüderstraße 9.

In der Schau wird ein Animationsfilm gezeigt, der erstmals versucht, die historische Entstehung der Hallenhäuser vor dem Hintergrund der Entwicklung der Stadt Görlitz seit dem 13. Jahrhundert nachzuvollziehen. Die Entwicklung von der ersten Steinzelle bis zum Kaufmannspalast spiegelt den Bedarf des Groß- und Fernhandels sowie seinen Wandel bis ins frühe 16. Jahrhundert ebenso wider.

Die Ausstellung verweist – neben eigentlichen Erbauungsgeschichte des Hauses Brüderstraße 9 – auf das sich in der Architektur zeigende Selbstverständnis Görlitzer Tuchhändler und ihre Vernetzung entlang der via regia. Sie lässt die wechselhaften Geschichten der Erbauer, Eigentümer und Nutzer des Hauses aufleben.  

 

Der neue Ausstellungszeitraum wird in Kürze bekannt gegeben.

Ausstellung KAUFMANNSPALÄSTE AN DER VIA REGIA

Brüderstraße 9, 02826 Görlitz

www.kaufmannspalaeste.de